Wie erstelle ich eine Webseite? Mit einem CMS oder was sonst?

Dies ist der 2.Teil des ArtikelsPHP Webseiten CMS und Blog

HTML- oder PHP-Webseite? Was ist besser? Welche brauche ich?

 

PHP und dynamische Webseiten

PHP leitete sich ursprünglich ab von „Personal Home Page“ und wurde später zum rekursiven Akronym von „PHP: Hypertext Preprocessor“, worunter man eine serverseitig interpretierte Skriptsprache versteht.

Mit dieser Scriptsprache kann man dynamische Webseiten erstellen. Eine dynamische Seite bedeutet, dass die Seite erst in dem Moment erstellt wird, in dem sie vom Webseiten-Besucher aufgerufen wird.

Der PHP-Quellcode existiert nur auf dem Server und der generiert dann daraus eine HTML-Seite, die der Besucher in seinem Browser zu sehen bekommt. Der Besucher kann also den PHP-Quellcode niemals als Datei sehen wie er den HTML-Quellcode sich anzeigen lassen kann, denn PHP existiert nur auf dem Server und wird von diesem ausgeführt.

 

Vorteile

–        Eine dynamische Seite hat den Vorteil, dass alle Seiten-Inhalte, die gleich aussehen wie der Footer/Fußzeile, die Navigationsleiste oder das grafische Grundraster, in eine Extradatei ausgelagert werden können. Wird die Seite vom Besucher aufgerufen, erstellt PHP blitzschnell das Format und fügt den entsprechenden Inhalt ein.

–        Ändert sich nun etwas am Footer, an der Navigation oder am Grundraster, muss man nur einmal eine einzige Datei umschreiben. Und das spart im Vergleich zu der Nachjustierung jeder reinen HTML-Seite enorm viel Zeit.

–        Man kann beispielsweise mit PHP auch ein Redaktionstool programmieren, mit dem ein Redakteur ohne Programmierkenntnisse über ein Formular Texte, Bilder, Filme oder Downloaddateien in seine Webseite einfügen und verwalten kann

–        Es lassen sich aufwendige E-Commerce-Lösungen wie E-Shops mit Warenkorbsystem und Kundenverwaltung mit PHP programmieren

–        Datenbankauswertungen zur Laufzeit, beispielsweise Börsenkurse, Wetterberichte erstellen

–        PHP ermöglicht die Auswertung von Formulardaten. Die Daten, welche man in die Formularfelder einträgt, werden automatisch in PHP-Variablen umgewandelt

–        PHP verfügt über ausgezeichnete Sicherheitsmerkmale.

 

Nachteile

Eine wesentliche Voraussetzung für die Erstellung dynamischer Webseiten mit PHP ist die Anbindung an eine Datenbank, in der die Informationen abgelegt und bei Bedarf selektiv ausgelesen werden können.

–        Hoher Administrationsaufwand bei der Konfiguration im Zusammenspiel von Webserver, Datenbank und Server-Erweiterung. Ein Anfänger kann hier leicht in Schwierigkeiten geraten.

 

Wie und womit erstellt man eine PHP basierte Webseite?

Am besten erstellt man eine PHP-basierte Webseite mit einer Blogsoftware oder einem CMS (Content Management System). Content Management beutet einfach, dass wir die Inhalte managen, also bearbeiten können. Die bekanntesten kostenlosen sind: Contao, Drupal, Joomla, Magento, Typo3 und WordPress.

 

Unterschied von Blog und CMS

Eine CMS unterscheidet sich von der reinen Blogsoftware dadurch, dass die Seiten ID-gebunden und nicht datumsgebunden dargestellt werden können. Beim Blog/Blogsoftware erscheint der zuletzt veröffentlichte Artikel immer an erster Stelle. Beim CMS können wir die Seiten so anordnen, wie wir wollen. Den Artikel von letztem Jahr beispielsweise können wir an erster Stelle erscheinen lassen.

Der einzige Editor, mit dem man eine PHP-Webseite mit Bildern und Video erstellen kann und gleichzeitig davon eine bildliche Darstellung erhält, ist der Dreamweaver ab der Version 5.5. Ansonsten kann man die Seite nur im Code sehen. Will man mit einem Editor eine Webseite in PHP erstellen, braucht man dazu PHP-Programmierkenntnisse.

Aber es geht auch einfacher. Und zwar mit entsprechender Blogsoftware/CMS, die kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden kann:

Contao

Contao hieß früher TYPOlight. Da es aber fälschlicherweise immer wieder als die einfache Version – für kleine Projekte – von TYPO3 angesehen wurde, taufte der Entwickler Leo Freyer es in Contao um.

Es ist ein CMS und eignet sich sehr gut für mittlere bis große Websites. Als Datenbank wird meistens MySQL verwendet.

Es gibt ein paar kostenlose Homepage Vorlagen (Website Templates), die man herunterladen kann.

Ein kostenloses Online-Handbuch hilft das System zu verstehen und im offiziellen Forum kann man sich austauschen und Hilfe zum System und zu den Erweiterungen, Tutorials erhalten.

Contao eignet sich nicht für Anfänger, da man HTML-  CSS- und PHP-Kenntnisse haben sollte.

 

Drupal

Drupal ist eine kostenlose Web-CMS-Software und kann nach eigenen Aussagen alles: „von der Web-Visitenkarte und privatem Blog bis zum Unternehmensauftritt mit Online-Shop und kompletter Intranetlösung!“

Aber, sie ist nichts für den Anfänger, obwohl das gerne behauptet wird. Wer mit bloggen anfängt und seine erste Homepage gleich mit Drupal erstellen will, muss sich auf Frustrationen gefasst machen. Es hat zwar viele Erweiterungen und sicher hunderte schöner fertiger Designs, aber, dass man sie mit Inhalten im Handumdrehen online stellen kann, ist eine gelungene Marketing-Aussage, die ich niemals unterschreiben würde.

Wer sich trotzdem daranwagen will, der kann sich in Foren oder Chats bei der Drupal Community reichlich Unterstüzug holen.

Der Fortgeschrittene oder der Profi-Designer kann dafür auch seine ausgefallenen Ideen mit Drupal verwirklichen. Denn das flexible Template-System unterstützt alle modernen Techniken und ist HTML5 fähig.

Die besten Tipps erhält man bei Drupal Groups. Dabei sollte man entweder gut Englisch können oder mit der Materie vertraut sein. Für alle anderen gibt es das deutsche Drupal Center für den Austausch oder gegenseitigen Support.

 

Joomla! http://www.joomla.de/

Joomla! ist ein preisgekröntes CMS, und das zu Recht. Es ist nicht nur relativ einfach in der Handhabung, sondern man kann vom einfachen Blog über eine Unternehmens-Homepage bis hin zum aufwendigen Web-Shop alles mit dieser kostenlosen Software erstellen. Anfänglich war sie nur für dynamische Webseiten gedacht, aber mittlerweile verfügt sie über ein profundes Framework, das anspruchsvolle Web-Applikationen und Lösungen erlaubt.

Wer seinen ersten Blog oder seine erste Homepage erstellen will, der wird bald ansehnliche Ergebnisse präsentieren können, auch ohne dabei an den Rand der Verzweiflung getrieben zu werden. Selbst dann noch, wenn er zunächst über keinerlei HTML- oder PHP-Kenntnisse verfügt.

Ja, Joomla ist ein Redaktionssystem, mit der auch die älteren Menschen klarkommen können. Natürlich braucht man auch hier Grundkenntnisse und technisches Verständnis. Doch die Lernkurve ist nicht so steil, dass man irgendwann entmutigt das Handtuch wirft.

Joomla! Ist sehr beliebt und hat eine riesige Gemeinschaft von Entwicklern und Benutzern auf der ganzen Welt. Laufend gibt es Erweiterungen, Templates und neue graphische Oberflächen, um den Nutzern möglichst viele Variationen und Möglichkeiten zu bieten.

Ein Joomla! trifft sich mit anderen, um zu lernen und zu fachsimpeln. Es gibt viele User Gruppen, in denen man die neuesten und besten Kniffe „am Stammtisch“ austauscht. Für alle Couch-Potatoes, die sich wieder mal nicht von ihrem PC trennen können, gibt es aber auch das Joomla!-Forum.

 

Magento

Wer eine anspruchsvolle E-Commerce-Shop-Lösung will, kommt an Magento nicht vorbei.

Sie ist eine starke und umfangreiche Software und deshalb ist der Implementierungsaufwand hoch und für ein kleines Shop-Projekt oder für ein Experiment nicht so ideal. Für den Anfänger ist sie schlicht weg nicht geeignet. Es sei denn, er lässt sie sich von einem Profi einen Shop erstellen und pflegt dann nur seine Inhalte ein.

Wer sich ein bisschen einlesen will dem empfehle ich die Schnelleinführung der Firma Techdivision.

 

TYPO3

Typo3 ist ein Content-Management-Framework für sehr anspruchsvolle und sichere Webseiten.

Sein Erfinder – der Däne Kasper Skårhøj – bewies zumindest bei der Namensfindung Humor. Den Namen TYPO3 wählte er, weil er durch einen Tippfehler (englisch „typo“) während der Entwicklung einen Teil seiner Arbeit verlor. Die dritte Version brachte ihm dann endlich den erhofften Durchbruch und so hängte er die Zahl „3“ dran und machte sie zu einer Art Marke.

Aber damit endet dann auch der Spaß. Denn Typo3 ist selbst für Profis und Freaks immer wieder eine Herausforderung und bringt den ungeübteren Laien schell an die Grenzen seiner psychischen Belastbarkeit. Da hilft dann nur noch Arme hoch und lauthals fluchend durch die Wohnung hüpfen. Soll angeblich bei diesen Anwenderschwierigkeiten am besten helfen.

Wer als Laie eine einfach zu bedienende Firmen-Homepage möchte, macht am besten einen großen Bogen um TYPO3. Denn wer seine Inhalte später selber redigieren will, muss entweder ein sonniges Gemüt oder starke Nerven haben, da man sich schon bei der Formatierung eines Textes die Zähne daran ausbeißen kann.

Das klingt gehässig und ist gehässig. Basiert aber auf den praktischen Erfahrungen der Kunden, die sich von einer Webdesigner-Firma eine TYPO3 Homepage aufschwatzen ließen und sich anschließend vorkommen, als müssten sie einen Panzer quer durch die Fußgängerzone manövrieren, wo sie doch eigentlich nur ein paar gut funktionierende Rollerblades wollten.

Dafür ist TYPO3 eines der sichersten CMS-Systeme, mit dessen über 5000 Erweiterungen man tolle Shop-Systeme oder Diskussionsforen erstellen kann. Wer sich mal einlesen will der gehe auf  die 237-seitige Dokumentation der Firma Mittwald.

Wer es sich leisten will, lässt sich eine teure Homepage in TYPO3 erstellen und anschließend alle Änderungen durch einen professionellen Webmaster einpflegen. Dann hat er seine Ruhe und kann stolz behaupten, er habe eine TYPO3 Webseite. Alle anderen sollten mit einem benutzerfreundlicheren CMS Vorlieb nehmen, ansonsten sie kaum noch Zeit für etwas Anderes haben werden.

TYPO3 hat die größte Community im deutschsprachigen Raum. Leider gibt es keinen Support durch den Hersteller. Dafür aber jede Menge Hilfe bei:

http://forge.typo3.org/projects/typo3v4-core/issues

http://www.typo3.net

http://lists.typo3.org/cgi-bin/mailman/listinfo

 

WordPress

Das erfolgreichste Publishing-System der Welt ist jedoch WordPress. Und wenn ich bei einer Blogsoftware ins Schwärmen gerate, dann sicher bei dieser. Dieser Blog läuft übrigens auch auf WordPress, allerdings nicht als Blog, sondern als CMS.

Mit einigen Klicks und ein paar Plugins (Erweiterungsmodulen) lässt sie sich zum CMS erweitern und wird durch ihre Ästhetik und ihre Webstandards auch gehobenen Ansprüchen an einen professionellen Webauftritt gerecht.

Kein CMS oder keine Blogsoftware verfügt über so viele kostenlose Templates (Grundgerüst – zum Beispiel mit Platzhaltern für Plugins, Modulen – der Designvorlagen) und Themes (Themen und optische Aufmachung) und Plugins. Wem die Themes immer noch nicht genügen, der kann seinen Header selbst gestalten und ihn in ein Template einfügen.

Die Installation und die Bedienung sind so einfach, dass sie nach einer gewissen Einarbeitungszeit jeder kapiert. Deshalb ist WordPress ideal für Anfänger, die ihre erste Webseite oder ihren ersten Blog erstellen wollen. Selbst für solche, die normalerweise nicht viel mit Technik am Hut haben.

Hat man ein Problem, dann hatte es bestimmt schon jemand vor einem. Und deshalb braucht man nur ins Netz und findet sicher eine Lösung als Video auf YouTube oder als Text bei Google und Co. Die Community ist riesig und die gegenseitige Unterstützung groß. Im Forum bekommt man schnelle und kompetente Hilfe.

Und wer dann noch in der Schule im Englischunterricht aufgepasst hat, der kann sich mit der englischsprachigen Community wertweit unterhalten und mitdiskutieren, bis ihm der Partner davonläuft.

Last but not least gibt es bei WordPress für eine perfekte mobile Anwendung natürlich auch eigene Apps, damit die Webseiten komfortabel auch von den Android-, iPhone-, BlackBerry- oder den  Nokia-Smartphones abgerufen werden können.

Nicht alles lässt sich auf WordPress umsetzen und nicht alle Wünsche wird diese Software erfüllen. Aber sie lässt genug Raum für Visionen, für höchst professionelle Unternehmens-Webseiten und für zufriedene Webdesigner Kunden, wenn die ihre Inhalte nach der Webseitenerstellung selber managen wollen.

 

Fazit

Für wen lohn sich eine Blogsoftware oder ein CMS?

Für alle, bei denen sich immer wieder etwas auf der Homepage oder auf dem Blog ändert. Sei es, dass sie ein Online-Business oder ein Off-line-Business betreiben und neue Produkte, neue Erfindungen, Lösungen, Informationen oder Preise auf Ihrer Webseite ankündigen wollen.

Sei es, dass sie zur Kundenpflege oder Neugewinnung einen Blog betreiben, der die neuesten Tipps, Trend und Lösungen offeriert. Oder sei es ganz einfach, dass man einen Familien-Blog betreibt, damit Oma im fernen Ausland immer hautnah die neuesten Marotten ihrer Enkel mitverfolgen und bewerten kann.

Für alle, die sich modern und optimal darstellen wollen

Aktuell und flexibel zu sein, ist heute fast alles. Wer heute mitreden und in der ersten Reihe mittanzen will, muss die neuesten Errungenschaften seiner Branche optimal präsentieren und seine Leser und Kunden permanent mit aktuellen Informationen versorgen. Und dass geht nun einmal am einfachsten mit einer Blogsoftware oder einem CMS, in die man Bilder, Audios und Videos problemlos einbinden kann.

Wenn Sie selbst auf Aktualität pfeifen und Trends nicht hinterherlaufen wollen, ist das eine respektable Entscheidung. Aber denken Sie daran, die Konkurrenz investiert viel Geld und Zeit, um trendig und modern daherzukommen und wird Ihnen deshalb immer um eine Nasenlänge voraus sein und Sie irgendwann abhängen, wenn Sie nicht am Ball bleiben.

Raphaela

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10 Antworten auf Wie erstelle ich eine Webseite? Mit einem CMS oder was sonst?

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